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Preisverleihung beim Bezirk Schwaben für Claudia Specht 2 Platz 6.2026
Bezirks Schwaben
Bei der Preisverleihung im Museum Kulturland Ries in Maihingen wird auch eine neue Ausstellung eröffnet. Was die so besonders macht.
Von Gitte Händel | 26.06.26, 15:32 Uhr
"Den Dingen auf den Grund gehen" nennt Peter Hildebrand diese Aufnahme, die bei einem Alphornbläsertreffen in Eisenberg-Zell entstand. Mit ihr gewann er jetzt den Fotowettbewerb "Sound of Schwaben" des Bezirks Schwaben Foto: Peter Hildebrand
Bei einer Feierstunde im Museum Kulturland Ries sind die Fotopreise des Bezirks Schwaben verliehen worden. Anschließend wurde die Ausstellung eröffnet, die die Siegerbilder zeigt und eine Auswahl aus den fast 260 Einsendungen. Der Preis soll die aktive Auseinandersetzung der Bürger und Bürgerinnen mit dem kulturellen Leben in Bayerisch-Schwaben fördern.
Teilnehmen kann jeder, der seinen Wohnsitz in Schwaben hat. Eine Jury aus Vertretern des Bezirks und Experten für Fotografie bewertet die Bilder, die ihr anonymisiert vorgelegt werden. Beurteilt werden die technische Qualität der Aufnahme, die gelungene Umsetzung des Themas und der eindeutige Bezug des Motives zum Bezirk Schwaben. Der Preis wird seit 1989 alle vier Jahre ausgelobt. Die Sieger erhalten Preisgelder in Höhe von 1500, 1000 und 500 Euro. Das Motto in diesem Jahr war „Sounds of Schwaben“. Wie unterschiedlich man das Motto verstehen kann, zeigen Siegerbilder und Ausstellung.
Peter Hildebrand ist der Sieger des Fotowettbewerbs des Bezirks Schwaben
Der zweite Preis ging an Claudia Specht. Bei ihr sieht und hört man Augsburg, die einzige Großstadt des Bezirks. Ein alltäglicher Sound, den man täglich wahrnehme und doch immer sofort ausblende, meinte Bezirksheimatpfleger und Juror Christoph Lang. Motiv und Umsetzung haben die Jury überzeugt. Specht hat in einer Langzeitbelichtung die „Öffis“ nachts am Königsplatz fotografiert, dort „Wo Bewegung zur Magie wird“. Ganz anders die Serie von Gregor Hanewacker, ebenfalls aus Augsburg. Er war im Schwäbischen Freilichtmuseum in Illerbeuren und hat „Schmiede bei der Arbeit“ beobachtet. Als Betrachter spürt man die Hitze des glühenden Eisens, hört die formenden Schläge. Die Bilderserie wurde mit dem dritten Preis belohnt, auch weil die Lichtverhältnisse wunderbar seien, sagte Juror Wolfgang Ott, ein Kulturhistoriker.
Die Klangwelt, die der Sieger Peter Hildebrand aus Pfronten eröffnet, verbindet man wohl am ehesten mit „Sound of Schwaben“, nämlich ein Musikinstrument. Doch das Alphorn wird nicht gespielt, eher blockiert, ein Junge liegt vor dem Trichter und steckt seinen Kopf hinein: „Den Dingen auf den Grund gehen“ heißt der Schnappschuss. Weil das Motiv etwas Besonderes sei, eher „am Wegesrand liege“, und weil es viele Interpretationen zulasse, habe man es zum Sieger gekürt, sagte Juror Edgar Rölz, der Kulturbeauftragte des Bezirks Schwaben.
Fotowettbewerb „Sounds of Schwaben“: Peter Hildebrand gewinnt
Übergeben wurden die Preise bei einer Feierstunde im Museum Kulturland Ries. Die Hofmarkmusiker aus Gempfing lieferten den Klang zu den Bildern, unter anderem mit einem Marsch aus Oettingen. Begrüßt wurden die Gäste vom stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten Peter Schiele (CSU). Er sei beeindruckt von der Vielfalt der Interpretationen zum Thema „Sounds of Schwaben“. Warum es einen Fotopreis gebe, fragte Moderator Marius Müller Bezirksheimatpfleger Christoph Lang. Weil fast jeder heute Fotos machen und damit auch teilnehmen könne, war die Begründung, und „weil wir Bilder schnell lesen können. Sie gehen direkt ins Herz“.
Bei der Verleihung des Fotopreises des Bezirk Schwaben (von links): Conny Zeitler, Leitung Museum Kulturland Ries, Christoph Lang, Bezirksheimatpfleger Schwaben, Claudia Specht, 2. Preis, Peter Hildebrand, 1. Preis, Peter Schiele, Stellvertretender Bezirkstagspräsident Schwaben Gregor Hanewacker, 3. Preis, Edgar Rölz, Kulturbeauftragter des Bezirks SchwabenFoto: Gitte Händel
„Von dem, was ich gesehen habe, soll möglichst viel übrigbleiben“, sagte Preisträger Gregor Hanewacker im Gespräch. Deswegen würde er seine Bilder auch kaum bearbeiten. Er habe sich durch die Ausschreibung für die Fotografie „entflammen“ lassen. Claudia Specht macht ihre Aufnahmen ausschließlich mit dem Handy, es sind Live-Bilder. Jahrelanges Üben und Ausprobieren stehen hinter ihrem Können. Begonnen habe sie vor sieben Jahren mit Bildern einer Bauchtanzpuppe vor großer Kulisse. Sieger Peter Hildebrand nimmt regelmäßig an Fotowettbewerben teil. Für ihn ist der Austausch im Fotoclub besonders wichtig. Die Kritik der Kollegen sei manchmal zwar schonungslos, aber dadurch lerne man besser zu sehen.
Die Ausstellung wurde vom Museum Kulturland Ries konzipiert. Sie zeigt die Vielfalt der „Sounds of Schwaben“. Da sind Bilder von Veranstaltungen, Hannes Dambacher beispielsweise blickte beim Stadtmauerfest in Nördlingen in den Trichter einer Tuba. Zu sehen sind Instrumente, wie etwa die Kirchenorgel von Dillingen, fotografiert von Gerhard Frühsammer. „Klänge der Natur“ hat Sylvie Kunz am Lech bei Feldheim festgehalten, sie zeigt zwei Schwäne bei der „Revier-Verteidigung. Bilder von Kulturlandschaften und von Technik vervollständigen die Themen, etwa die Glockentürme, die Michael Walch im „Glaubensklang“ festhielt oder die historischen Lokomotiven von Brigitte Glötzer. „Die Motive klingen sofort in unserem Kopf“, sagte Museumsleiterin Conny Zeitler, die die Ausstellung kurz vorstellte. Aber es gebe auch Klänge, die sofort Bilder erzeugen. Das habe man für die Ausstellung kombiniert, denn man kann begleitend Klangaufnahmen von Maximilian Schlichter in der Museumsapp hören. So entsteht eine sehens- und hörenswerte „multisensorische Reise“ durch Schwaben.
Bericht von Gitte Händel | 26.06.26
Bericht von Willi mit Interview über die Ausstellung im Zeughaus
DAZ Bericht vom 20.04.2026
Pressebericht: Reporter Augsburg vom 09.10.2024
Pressebericht: Augsburg Journal Reporter vom 17.07.2024
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